
Stephan Stottele
Im Unterland gibt es mehr Open-Air-Kinos denn je. Den Erfolg suchen die Kinobetreiber in der Nische.
Open-Air-Kinos liegen im Trend. Und wenn man von der Zahl der Veranstaltungen in einer Region auf das Interesse schliesst, dann sind die Unterländer ganz besonders angefressene Freiluftkinogänger. An nicht weniger als neun Standorten können sie sich bis am 12. September Filme unter den Sternen zu Gemüte führen.
Zum vergrösserten Angebot hat in erster Linie der Bülacher Kinobetreiber Stephan Stottele – er führt das ABC und das Bambi in Bülach und das Claudia in Kloten) beigetragen. Nachdem er in den vergangenen vier Jahren das Open-Air-Kino im Amphitheater Hüntwangen durchgeführt hat, zeigt er heuer auch Filme im Lindenhof in Bülach, auf dem Stadtplatz in Kloten und im Opfiker Park. Das Angebot in Hüntwangen hat er in den sogenannten Übergangsmonaten um ein Autokino (Mai, Juni, September, Oktober) erweitert.
1000 Besucher an einem Abend
Stottele setzt dabei auf «reguläres» Kino und bestückt sein Programm mit aktuellen Blockbustern. Bislang scheint die Rechnung aufgegangen zu sein. Das in dieser Branche so wichtige Wetter hat mitgespielt: «Mit den Besucherzahlen in Hüntwangen bin ich zufrieden. Es kamen bis zu 1000 Leute an einem Abend», sagt Stottele. Bei den neuen Standorten in Bülach, Kloten und Opfikon weiss er hingegen nicht recht, was ihn erwartet: «Das erste Mal ist immer schwierig einzuschätzen.» Von diesen Aktionen verspricht er sich deshalb auch keine grossen finanziellen Profite. «Es geht mir in erster Linie darum, meine Kinos in Bülach und Kloten zu promoten. Das Ziel muss sein, keine Verluste zu schreiben», erklärt Stottele.
Keine Konkurrenzprobleme
Für die Erweiterungsstrategie habe er sich nicht aktiv entschieden. Die Behörden der drei Städte seien auf ihn zugekommen: «Bülach, Kloten und Opfikon wollen ihr kulturelles Angebot ausweiten.» Gerne würde er im kommenden Jahr auch im Raum Dielsdorf und im Embrachertal Vorstellungen anbieten. Es sei ihm aber wichtig, dass die Gemeindebehörden voll und ganz hinter ihm stehen. Konkurrenzprobleme sieht Stottele in der Region nicht: «Andere Veranstalter besetzen andere Sparten.»
Diese Auffassung teilt Anne-Catherine Lang vom Neuen Kino in Freienstein. Sie zeigt dort seit sechs Jahren Filme im Innnenhof einer alten Spinnerei, in erster Linie aus dem Independent-Genre. «Im Unterland sind die Angebote gut aufeinander abgestimmt; ich würde deshalb nicht von Konkurrenz sprechen», sagt Lang.
«Das hat etwas Italienisches»
Wenn das Wetter nicht mitspielt, verschiebt sich die Vorstellung ins Innere, jeweils am Donnerstag wird zu den Vorstellungen auch der sogenannte Augenschmaus geboten, bei welchem vor der Vorstellung noch gespeist werden kann. Geschätzt wird das Neue Kino aber insbesondere für die spezielle Ambiance. «Das hat etwas Italienisches», so Lang.
Eine weitere Form von Open-Air-Kinos sind solche «von Dorfbewohnern für Dorfbewohner», wie sie Christoph Hagedorn, Initiator der Filmtage Eglisau nennt. Diese nicht-kommerzielle Veranstaltung findet diesen Sommer zum dritten Mal vor der malerischen Kulisse beim Rhein statt, die Leinwand ist an der Kirchenmauer befestigt. Die Umgebung und drei unterschiedlichen Liebesfilme sollen einen Zweck erfüllen: Die Dorfbewohner näher zusammenzubringen.
Source: “Neue Open-Air-Filmbühnen in Bülach, Kloten und Opfikon” Von Matthias Müller -Tages Anzeiger. Read full article at: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/unterland/Neue-OpenAirFilmbuehnen-in-Buelach-Kloten-und-Opfikon/story/16219336.











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