Ein Open-Air-Kino im Sommer ist nichts Aussergewöhnliches. Aber freiwillig draussen sitzen im Winter? Eingepackt in dicke Jacken und warme Schuhe, ausgerüstet mit Handschuhen und Mütze, waren in Derendingen auf dem Kiesplatz an der Emme die Besucher des diesjährigen Weihnachts-Open-Airs anzutreffen.
Frischer Schnee war gefallen, und die Temperaturen waren unter dem Nullpunkt. «Genauso sollte es sein», freut sich Organisator Fredy Hostettler, «das gehört eben dazu bei einem Weihnachts-Open-Air». Das fanden wohl auch die vierzig Anwesenden, die sich auf dieses Ambiente gefreut haben.
Die Blockhütte wurde in ein weihnächtliches Beizli umgewandelt, und nebst Glühwein und Punsch wurde auch der Hunger mit Fondue, Bratwurst und Waffeln gestillt. Die verschneiten Bäume und die Feuerkörbe, die auf dem Platz aufgestellt wurden, verhalfen zu einem romantischem Ambiente. Da vergass man fast, wie kalt Füsse und Hände langsam wurden.
Anfänge bereits vor zehn Jahren
Gezeigt wurde der Weihnachtsfilm «Blendende Weihnachten», der für viele Lacher sorgte, vor allem bei Kindern. Es sollten mehrheitlich Familien angesprochen werden, aber selbstverständlich waren auch alle anderen Interessierten herzlich eingeladen.
Die Idee von einem Kino im Freien hatte Fredy Hostettler bereits vor fast zehn Jahren. Er beschaffte sich als Erstes eine grosse Leinwand, nach und nach kam die komplette Ausrüstung dazu.
Da sich immer mehr Freunde der Familie zu diesen privaten Vorführungen einfanden, baute Hostettler das Ganze aus. Er gründete die Firma «Ciné-Maa» und liess sich ins Handelsregister eintragen, damit eine Vorführung im offiziellen Rahmen überhaupt möglich war.
Dazu benötigt er jedes Jahr eine Bewilligung der Gewerbepolizei und muss die Filmrechte dazumieten. Da der Eintritt gratis ist, sind Hostettlers auf Sponsoren angewiesen. Die Bürgergemeinde Derendingen stellt das Land und die Blockhütte zur Verfügung, Elektro Stampfli garantiert die Stromversorgung, Gloor Taxi stellt den Shuttlebus, die Raiffeisen Bank und die Kulturkommission Derendingen sponsoren einen Beitrag.
Hostettlers Freundeskreis hilft jeweils bei den Verpflegungsständen und beim Aufstellen. Der Ciné-Maa ist dankbar für die Unterstützung, denn ohne diese wäre der Anlass für ihn undenkbar.
Weitere Durchführung ist unsicher
Der gelernte Mechaniker möchte das Projekt gerne weiterführen, obwohl die Besucherzahl nur zaghaft steigt. «Ich möchte damit den Einwohnern von Derendingen und Umgebung eine kleine Freude machen.»
Die Werbung müsste unbedingt in grösserem Umfang aufgegleist werden, doch dieser Kostenpunkt macht Hostettler zu schaffen. «Wir sind unsicher, ob wir das nächstes Jahr nochmals durchführen», meint Jleana Hostettler. (mz/ufl)
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