Nach dem Abschied aus dem Ungererbad findet das beliebte Open-Air-Kino neben der Schwimmhalle wohl eine neue Heimat. Der Olympiapark wird im Sommer aller Voraussicht nach zum Freiluftkino. Die Stadtwerke (SWM) und die Olympiapark Gesellschaft (OMG) verhandeln mit den Veranstaltern von „Kino am Pool“, unter welchen Bedingungen das Sommerkino auf der Wiese neben der Olympia-Schwimmhalle stattfinden könnte. Letzten August musste „Kino am Pool“ das Ungererbad in Schwabing verlassen, weil einige Anwohner gegen die abendliche Geräuschkulisse geklagt hatten.
Dieses Problem wird es im Olympiapark nicht geben, da ist Kino-Veranstalter Reinhard Straßer zuversichtlich: „Man wird nichts hören.“ Am nächsten dran lägen die Olympiadörfler – knapp einen Kilometer entfernt. Deswegen hatten die Kino-Betreiber-Firma „Münchner Stadtmedien“ und die SWM als Eigentümer von Ungererbad und Olympia-Schwimmhalle die Wiese bereits im letzten Frühjahr zur Ausweichmöglichkeit erkoren. Am Ungererbad spielte das Kino quasi unter Nachbars Balkon.
Im Milbertshofener Bezirksausschuss (BA) will man Straßers Optimismus in Sachen Lärmbelästigung noch nicht teilen. Die Bands, die im Theatron auftreten, schallen schließlich auch zu ihnen herüber, sagt Olympiadörfler und CSU-Sprecher Erich Tomsche. Außerdem gibt er zu Bedenken, dass Theatron und Kino sehr eng beeinander lägen: „Wenn der Wind schlecht steht, haben wir im Olympiadorf etwas ganz tolles: Film mit Musik-Untermalung.“ Die Kino-Leute müssten dann ihre Anlage lauter drehen, wenn vom Theatron auf der anderen Seite der Schwimmhalle die Musik herüberschallt.
Straßer glaubt nicht, dass es soweit kommt. „Das Theatron war auch unsere größte Sorge. Wenn die Leute den Film nicht hören können und stattdessen Iron Maiden, hat das keinen Sinn.“ Im letzten Sommer sei er aber häufig auf der Wiese gewesen, und vom Theatron habe er keinen Ton gehört. Die Lautsprecher hinter der Leinwand seien zudem so eingepegelt, dass der Schall nicht so weit trägt.
Grundsätzlich halten auch Tomsche und der BA die Veranstaltung für „eine Bereicherung“. Das Gremium sprach sich für sie aus. Auch Park-Gastronom „Arena One“ ist einverstanden, dass Straßer für seine 250 zu erwartenden Gäste Getränke ausschenkt und Imbisse verkauft. Das war essentiell: „Mit dem Kino allein verdienen wir kein Geld“. Mit der Feuerwehr klären Straßer und seine Kollegen die Sicherheitsauflagen.
Jetzt muss die OMG ihr Placet geben. Für Dienstag ist ein letztes Gespräch mit SWM und den Kino-Betreibern anberaumt. Die SWM „geht von einem positiven Ergebnis aus“, so Sprecherin Bettina Hess. Ist dieser Stein aus dem Weg geräumt, meint Christopher Habl vom Kreisverwaltungsreferat, würde seine Behörde die endgültige Genehmigung sehr wahrscheinlich ausstellen. Der Park, sagt Sprecher Arno Hartung, stehe „der Sache offen gegenüber“. Man müsse vor allem klären, dass das Kino nicht mit den Veranstaltungen rund um den Fernsehturm oder im Stadion in die Quere kommt.
Denen will Straßer ohnehin aus dem Weg gehen – und die Filmabende um Madonna, Bruce Springsteen oder Sommernachtstraum herum gruppieren. Er ist guter Dinge: „Wir wären eine Bereicherung für den Stadtteil und tun niemandem weh.“
Source: “„Kino am Pool“ zieht es in den Olympiapark by Kolja Kröger. Read full article at: http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/kino-pool-zieht-olympiapark-101759.html.

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